Berufsausbildung

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Duale Ausbildung

Die Ausbildung in allen fünf IT-Berufen findet im dualen System an zwei Lernorten statt: Der Ausbildungsbetrieb bildet praktisch aus, die Berufsschule lehrt die theoretischen Aspekte.

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Porträt: Auszubildende zur Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung
Svenja Hösl
Alter:

Ausbildungsberuf:

Unternehmen:

Branche:

Fachbereich:

Arbeitsort:
21 Jahre

Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung

ThyssenKrupp Steel AG

Stahlproduktion

Gießwalzanlage

Duisburg
Video
Svenja Hösl arbeitet in ihrer Ausbildung zusammen mit Pascal Spring. Wie das klappt seht Ihr im Video. Mit einem Klick auf das Bild startet das Video.

Fragen zum Beruf:
Was fasziniert Dich an der IT-Technik?
Die ständig neue Entwicklung der Technologien. Man muss stets auf dem neuesten Stand sein und sich informieren. Außerdem steht man nie alleine vor seinen Problemen. Teamwork wird ganz groß geschrieben.

Wie kam es dazu, dass Du Dich für die IT-Branche entschieden hast?
Ich hatte immer schon Spaß an der Arbeit mit Computern. Zuhause habe ich mich intensiv mit HTML beschäftigt und in diesem Zusammenhang auch ein paar Webseiten erstellt. Nichts Professionelles natürlich. Als ich in der zwölften Klasse war, war ich dann beim Girls' Day bei ThyssenKrupp Steel. Bis dato hatte ich mir in den Kopf gesetzt, Lehrerin für Chemie und Informatik zu werden. An dem Tag hab ich erfahren, was es für Ausbildungsmöglichkeiten gibt, und mich schließlich dafür entschieden. Das Lehrerdasein war dann kein Thema mehr.

Und warum hast Du die Ausbildung zur Fachinformatikerin Anwendungsentwicklung gewählt?
Von allen Berufen, die bei oben erwähntem Girls' Day vorgestellt wurden, war das eindeutig der Beruf, der von den Tätigkeiten am ehesten meinen Interessen entsprach. Um genau zu sein, passte es wie die Faust aufs Auge.

Beschreibe bitte drei bedeutende Tätigkeiten eines typischen Arbeitstages.
Zu einem typischen Arbeitstag zählt in erster Linie natürlich die Bearbeitung des aktuellen Projektes der Abteilung. Das kann von einem Programm zur Anlagensteuerung bis hin zu einem Applet fürs Intranet so ziemlich alles sein.
Wichtig ist auch, regelmäßig Ausbildungsnachweise zu führen. Mindestens einmal wöchentlich ist Pflicht. In manchen Abteilungen ist es allerdings auch günstig, jeden Tag ein paar Stichworte zu machen.
Außerdem können verschiedene Dinge anstehen. Ab und an gibt es Hausaufgaben von der Berufsschule, die in der blockfreien Zeit bearbeitet werden müssen. Wenn ein bisschen Zeit übrig bleibt, kann man sich auch darum noch kümmern. Ansonsten bleibt immer noch ein bisschen Platz für Unerwartetes. Man weiß ja nie, was der Tag so bringt.

An welchen verschiedenen Abteilungen bzw. Einsatzgebieten warst Du bislang in der Ausbildung?
Ich war bisher beim User-Support eingesetzt und in der Produktion.

In welcher Form beschäftigst Du Dich auch in der Freizeit mit IT?
Ich betreue eine Homepage der Pfadfinder, die allerdings noch im Aufbau und daher momentan äußerst pflegebedürftig ist. Ansonsten verbringe ich viel Zeit vor meinem Rechner damit zu chatten.

Welche weiteren Hobbys hast Du?
Ich bin Pfadfinderin in der DPSG in Oberhausen. Außerdem singe ich in einer Band und mache Karate. Für mehr Hobbies reicht meine Freizeit durch mein Studium zur Web- und Medieninformatikerin leider nicht, da ich mich ja auch noch mit Freunden treffen will und ab und an ein Besuch in der Disco und im Kino drin sein sollte.

Was macht Dir bei Deinem IT-Beruf am meisten Spaß?
Teamarbeit. Ich finde es schrecklich, bloß alleine da zu sitzen und über einem Problem zu brüten. Im Team macht es gleich doppelt so viel Spaß und man kann sich gegenseitig entlasten.
Zudem macht es gerade mir als Frau Spaß, mich in diesem „Männerberuf“ behaupten und ab und an gegenüber meinen Kollegen durchsetzen zu können.

Welches war das bedeutendste Ereignis oder Projekt während Deiner bisherigen Ausbildungszeit?
Das ist natürlich schwer zu sagen, weil ich bisher nur an vielen Kleinprojekten gearbeitet habe. Wichtig war für mich allerdings ein Projekt, an dem ich neun Wochen gearbeitet habe, um schlussendlich einsehen zu müssen, dass der eigentliche Auftrag so nicht realisierbar ist. Das hat mir klar gemacht, dass man auch längere Zeit in Richtung einer Sackgasse unterwegs sein kann. Dann heißt es: Kopf hoch und einen anderen Weg suchen.

Was sind Deine beruflichen Ziele?
Zunächst einmal steht natürlich ein guter Abschluss der Ausbildung im Vordergrund. Danach will ich mein Studium zur Web- und Medieninformatikerin abschließen. Auf gleichzeitige Arbeit will ich allerdings nicht verzichten, da mir der Bezug zur Praxis sehr wichtig ist.
Wie es denn weiter geht, kann ich jetzt noch nicht sagen. Ich würde mir allerdings wünschen, von meinem jetzigen Arbeitgeber unbefristet übernommen zu werden.

Empfehlungen für Neueinsteiger:
Was erwartet Berufseinsteiger
a) in der Berufsschule?

Auf keinen Fall Panik kriegen, bloß weil das Fach Deutsch oder Englisch heißt und in der Schule schon mies war. Erstens: Man fängt bei Null an und die Lehrer sind kompetent. Zweitens: Mit den Schulfächern, wie man sie von früher kennt, hat der Berufsschulunterricht wenig zu tun. Drittens: Nicht zu faul werden. Ab und an mal eine halbe Stunde Arbeit zu Hause kann für eine gute Note schon ausreichen. Die sollte man aber auch aufbringen.

b) am Ausbildungsplatz?
Selbstständigkeit ist ein großer Punkt am Ausbildungsplatz. Suchmaschinen können ein guter Freund sein, aber trotzdem Vorsicht: Was man programmiert, sollte man später auch erklären und kommentieren können.
Außerdem: Niemals zu lange über einem Problem brüten. Lieber mal einen Kollegen fragen, als tagelang nicht voran zu kommen.

Was hat Dich an der Ausbildung positiv und negativ überrascht
a) in der Berufsschule?

Mich hat sehr überrascht, dass in der Berufsschule ein ziemlich großer Anteil Wirtschaft enthalten ist. Gleichzeitig durfte ich aber auch einsehen, dass Wirtschaft gar nicht so schwer und öde sein muss. Außerdem halte ich es für sehr positiv, dass die meisten Lehrer äußerst kompetent sind und vor allem auf Fragen und zum Teil auch auf Sonderwünsche eingehen.
Negativ fallen allerdings zum Teil der Unterrichtsinhalt sowie die Unterrichtsmethoden auf. Jede Stunde eine neue Gruppenarbeit wird auf Dauer äußerst langweilig und mit gewissen Teammitgliedern nicht gerade sehr produktiv. Zudem ist die technische Ausstattung an den Berufsschulen eindeutig nicht auf dem neuesten Stand.

b) am Ausbildungsplatz?
Die Kollegen waren alle immer sehr freundlich und darum bemüht, dass ich etwas dazu lerne. Negativ fällt allerdings immer mal wieder auf, dass in manchen Abteilungen nicht genug zu tun ist und bei den Bewertungen von Abteilung zu Abteilung andere Maßstäbe gelten. Was bei der einen eine Leistung von 95% ausmacht, ist bei der anderen bloß 85%.

Was kannst Du zu Prüfungen an der Berufsschule sagen?
Wir schreiben in der Berufsschule in jedem Fach, das wir mindestens zwei Stunden in der Woche haben, mindestens eine Klausur pro Schuljahr. Die Klausuren dauern je nach Fach eine halbe oder auch mal zwei Stunden. Der Kopf kommt allerdings eher selten zum Rauchen, da der Schwierigkeitsgrad nicht allzu hoch angesetzt ist. Es wird nichts verlangt, was nicht auch im Unterricht vorgekommen ist und sollte es doch mal der Fall sein, wird dieser Teil nicht bewertet. Also insgesamt kein Grund für Prüfungsangst.

Abschließend beschreibe bitte in zwei, drei Sätzen Deine Empfehlung für Neueinsteiger.
Erstens: Kriegt niemals das Gefühl, dass ihr alleine am Arbeitsplatz seid, da es immer genug Kollegen gibt, die euch mit Sicherheit gerne weiter helfen.
Zweitens: Macht euch keine Sorgen wegen der Berufsschule. Selbst ohne Vorkenntnisse kann man ganz leicht mitkommen.

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15.02.2017 | 15:37:54

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Thema: Fernlehrgang zum Medieninformatiker

Text: Hallo zusammen, ich hoffe jemand kann mir weiterhelfen. Ich (33) möchte mich beruflich neu orientieren und habe mich dazu entschlossen einen...

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